Wellenreiten inklusive

Das Schwäbische Meer rief uns erneut. Also wurden die Boote aufgeladen und ab ging es am 25.07. zum Gnadensee bei Radolfzell.

Vom dortigen Naturfreundehaus in Markelfingen startete unsere bunte Truppe, bestehend aus einem Canadier, einem Packraft und zwei Wanderkajaks mit jeweils 1- und 2-Personenantrieb. Unser erstes Ziel war vom Ufer aus schon in Sichtweite, die Mettnauspitze. Da das Anlanden an der Spitze im Naturschutzgebiet Mettnau verboten ist, konnten wir uns leider nicht auf die Suche des endemischen Bodensee-Vergissmeinnichts begeben. Stattdessen hielten wir Kurs auf einen Steinhaufen mitten im See, dessen Funktion für immer ein Mysterium bleiben wird.

Doch in der Ferne luden uns die Türme von St. Peter und Paul auf der Reichenau ein, zu ihnen zu kommen. Und so ritten wir furchtlos die Wellen Richtung Reichenau und ließen uns auch vom Wind nicht abschrecken. Gerade für den Canadier war dieses Wellenreiten eine neue Erfahrung. Wer sagt denn, dass Seepaddeln keine Herausforderungen bietet? 😉

Dort angekommen machten wir gemütlich Pause, vertraten uns die Beine inkl. Kirchenbesichtigung. Währenddessen wurden unsere Boote von einem aufmerksamen Graureiher bewacht. So ausgeruht paddelten wir noch ein Stück die Reichenau entlang, um von dort nach Allensbach rüberzusetzen, um am Ende eine schöne Rundtour zu haben.

Auch dieses Mal gab es bei unserem Nachtquartier, dem Kanuclub Radolfzell, kostenlose Musikbeschallung vom Nachbargrundstück. Wer Lust auf Reggae hatte, kam ganz auf seine Kosten. Unsere Canadierbesatzung verwöhnte uns mit ihrer schmackhaften vegetarischen Tomatensoße mit Nudeln, wodurch wir gut gestärkt für den nächsten Tag waren. Die Nacht verlief friedlich – bis sich plötzlich eine Betrunkene in unser Zelt verirrte. Aus bis heute ungeklärten Gründen war sie offenbar überzeugt, dort schlafen zu können.

Am nächsten Tag nahmen wir in Mammern Abschied vom Bodensee und folgten dem Lauf des Rheins. Anfangs war es noch mehr See wie Fluss. Doch vor Stein am Rhein übernahm eindeutig der smaragdgrüne Rhein die Führung. Nach dem pittoresken Stein am Rhein wurde es Zeit für eine Stärkung, denn der Großteil der Strecke lag noch vor uns. Kritisch wurde der Wasserstand nach der Pause angeschaut. Auch hier machte sich die lange Trockenheit bemerkbar, aber für unsere Boote reichte es.

Wer die Strecke kennt, kramte in Gedanken seine Checkliste raus. Die Holzbrücke in Diessenhofen – ohne Probleme passiert. Motorboote und Ausflugsschiffe – kaum unterwegs, wahrscheinlich zu wenig Wasser. Die Schweizer Polizisten im Boot – natürlich freundlich gegrüßt. Schwimmer – kaum unterwegs, wahrscheinlich zu kalt. Andere Paddler und SUP – hielten sich auch im Rahmen, keine Kollisionsgefahr.

Also sollte es keine Probleme geben, oder? Der heutige Wind war da eindeutig anderer Meinung. Regelmäßig erinnerte er uns als schön kräftiger böiger Gegenwind daran, dass er unser Vorankommen erschweren musste. Nun hieß es auch auf dem Hochrhein, tapfer Wellen reiten und den Kurs zu halten, ohne dabei die Kopfbedeckung zu verlieren. Gerade vor der deutschen Exklave Büsingen kam nochmal richtig Seefeeling auf, sodass wir vorsichtshalber Richtung Ufer ausgewichen sind. Eine Kenterung auf den letzten 1,5 km brauchte niemand. Zufrieden erreichten wir unseren Ausstieg beim Badi Rheinwiesen in Langwiesen. Eine Schwimmerkolonne gab es diesmal dort auch nicht.

Unser Dank geht an Arina für die gelungene Organisation sowie an unser Kochteam für die hervorragende vegetarische Tomatensoße. Bei der nächsten Ausfahrt dürft ihr den Kochlöffel gerne wieder übernehmen.

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